Eine junge Frau spaziert mit ihrem Grossvater durch einen Park.

Bassersdorf kümmert sich um pflegende Angehörige

Eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit ist es, wie wir ältere Menschen gut betreuen können. Die Gemeinde Bassersdorf hat erkannt, dass betreuende Angehörige Hilfe brauchen. Denn sie übernehmen oft neben ihrem stressigen Job die Pflege ihrer Eltern, Partner oder Nachbarn.

Autorin: Anina Torrado Lara
Foto: Unsplash

Video: Age-Stiftung

Wir werden immer älter. Wer nach 2013 auf die Welt kam, wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 17,6% (Männer) bzw. 23,9% (Frauen) 100 Jahre alt. Nach der Pension leben die Menschen im Schnitt noch 22,5 Jahre (Frauen) bzw. 19,7 Jahre (Männer).

Die Politik sucht händeringend nach Lösungen zur nachhaltigen Sanierung der Sozialwerke, die Wirtschaft entwickelt technologiegetriebene Angebote für Senioren und die Gemeinden diskutieren über Caring Communities, um bestehende Institutionen sowie betreuende Angehörige zu entlasten.

Das Thema steht auch bei der Gemeinde Bassersdorf auf der Agenda. Mit seinen über 11’000 Einwohnern rechnet die Zürcher Gemeinde damit, dass mittel- bis langfristig Pflegebetten fehlen dürften. Das ist eine hohe finanzielle und personelle Belastung für eine kleine Gemeinde.

Basserdorfer äussern ihre Wünsche
Der Gemeinderat hat das Problem erkannt und sich für einen visionären Ansatz entschieden: Die betreuenden Angehörigen sollen stärker in den Fokus gerückt werden. Bei einer breit angelegten Befragung der Angehörigen wurde die Bevölkerung gebeten, ihre Anliegen und Wünsche an eine zukunftsorientierte Altersarbeit und ein bedürfnisorientiertes Unterstützungsangebot zu äussern. Die Antworten der Lebenspartner, Söhne, Töchter, Enkel, Schwiegertöchter und -söhne waren laut Esther Diethelm, Altersbeauftragte in Bassersdorf, zahlreich: «Wir haben festgestellt, dass betreuende Angehörige sehr viel leisten, emotional und körperlich belastet sind und sich Unterstützung in finanziellen und administrativen Angelegenheiten wünschen. Sie sind froh, wenn sie sich mit ihren Anliegen an eine Anlaufstelle vor Ort wenden können.»

Betroffene sprechen über ihre Erfahrungen bei der Pflege von Angehörigen.

Mithilfe der lokalen Akteure vor Ort und der Age-Stiftung (siehe Box) konnte die Altersstrategie des Gemeinderats im Bereich Angehörigenbetreuung vorbildlich umgesetzt werden. Das Projektteam BasiviA («Bassersdorf vernetzt im Alter») hat einen bunten Strauss an Massnahmen entwickelt: Eine Anlaufstelle für betreuende Angehörige, ein Kursprogramm, Tipps fürs Älterwerden, eine Gesprächsgruppe und ein jährliches Treffen für Betroffene. Derzeit wird zudem der Besuchsdienst «va bene» als gelebter Ausdruck einer lokalen Sorgekultur lanciert.

Der « Runde Tisch Alter», an dem Institutionen aus dem Alters- und Gesundheitsbereich regelmässig zusammenkommen, begleitet die Entwicklungen in der Altersarbeit und greift bei Bedarf neue Themen auf.

Age-Stiftung unterstützt Gemeinden beim Wandel
Unterstützt wurde die Gemeinde Bassersdorf von der Age-Stiftung. Diese fördert die gesellschaftliche Wahrnehmung der Themen Älterwerden und Wohnen im Alter und unterstützt innovative Projekte. Im Oktober 2014 lancierte die Förderstiftung das Programm «Socius – wenn Älterwerden Hilfe braucht». Das Projekt BasiviA ist eines von zehn Projekten, das derzeit umgesetzt wird. Die Age Stiftung lanciert derzeit das Programm «Socius 2».
programmsocius.ch

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