Die fünf besten Freundinnen

Christa Schönenberger ist Koordinatorin von mehreren Caring-Community-Pilotprojekten im Kanton Bern. Sie spricht im Interview über einen einfachen Trick, der die Arbeit in einer Gemeinschaft auf viele Schultern verteilt.

Frau Schönenberger, worauf kommt es bei Caring Communities an?

Christa Schönenberger: In meiner Arbeit hat sich ein Grundsatz immer wieder bewahrheitet: Community-Bildung ist harte Arbeit. Es braucht jemanden, der soziale Beziehungen und geeignete Voraussetzungen schafft. Die Person «schmiert quasi den Motor», damit das Netzwerk gut läuft.

Was tun kleine Gemeinschaften ohne eine solche Person?

Es ist eine Frage der Organisation. Ich kenne einen Frauenverein in der kleinen Gemeinde Reisiswil. Die Frauen haben kein Internet und organisieren sich übers gute alte «Schneeballsystem». Es gibt einen Vorstand, der regelmässig Beschlüsse fasst. Jedes Vorstandsmitglied informiert dann ihre besten fünf Freundinnen. Diese sagen es wiederum ihren fünf besten Freundinnen – bis es die ganze Community weiss.

Was ist der Vorteil dieser Mund-zu-Mund-Verteilung?

Ich gehöre einem grösseren Netz an, muss aber nur einen überschaubaren Beitrag leisten. Meine fünf besten Freundinnen zu informieren macht Spass und geht ganz schnell. Wenn ich hingegen das «Ämtli» bekäme, Flyer im ganzen Dorf zu verteilen, wäre das sehr viel Arbeit.

Interview: Anina Torrado Lara
Foto: Anna-Tina Eberhard

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