«Grüezi Nachbar, hoi Nachbarin!»

Das Netzwerk Caring Communities hat mutmachende Tipps und Initiativen publiziert, wie in der aktuellen Situation Gemeinschaftliches geschaffen werden kann. Melanie Borter, Leiterin Koordinationsstelle Altersnetzwerk Baden, hat uns daraufhin von der Karte «Grüezi Nachbar, hoi Nachbarin!» in Baden (AG) erzählt. Diese fördert das Gemeinschaftsgefühl und die Solidarität in Zeiten von Corona.

Die Grüezi-Karte ist ein Erfolg. Schon viele Bewohnerinnen und Bewohner aus Baden (AG) haben wohl die Karte «Grüezi Nachbar, hoi Nachbarin!» ausgefüllt, jemandem in den Briefkasten gelegt und damit ihre Solidarität im Lockdown gezeigt. Bereits gibt es weitere Städte, die diese Kartenaktion adaptieren möchten. «Wir setzen ein Zeichen gegen die Einsamkeit. Die Karte ist eine niederschwellige Intervention, die die Bürgerinnen und Bürger von Baden dazu animieren soll, sich einfach und vorerst unverbindlich bei der Nachbarin oder dem Nachbarn zu melden», erklärt Melanie Borter. «Es geht darum, zu zeigen, ich bin da.»

Klare Worte im Lockdown

Wer Lust hat, druckt die Karte aus und füllt Name, Telefonnummer und Wünsche ans Gegenüber aus. Die einen oder anderen malen vielleicht sogar ein Smiley drauf oder kreuzen «Ich finde Corona doof, machen wir trotzdem das Beste draus» an. Klare Worte. Laut Melanie Borter sind diese auch mal nötig, gerade im Lockdown. Hauptsache die Menschen spüren, dass eine Nachbarin oder ein Nachbar an sie denkt. Wer will, kann dann zurückrufen und um Hilfe oder einfach ein offenes Ohr bitten.

Eine Idee zum Nachahmen

Ob es denn oft vorkomme, dass jemand tatsächlich zurückrufe, fragen wir Frau Borter, die Expertin in Sachen Alter und Kommunikation. «Die Hemmschwelle, beim Nachbarn zu klingeln, um Hallo zu sagen, oder die Nachbarin einfach mal anzurufen, um zu fragen, wie es ihr in dieser speziellen Zeit geht, ist gross. Die Karte fordert aber explizit dazu auf!» Laut Borter gibt es keine genauen Zahlen, doch auf die Karte habe sie viele positive Reaktionen erhalten. «Vielleicht hängen viele allein lebende Menschen die Karte sogar an den Kühlschrank, um einen Kontakt zu haben, wenn sie ihn dann mal dringend brauchen», sagt sie. Sie wünscht sich, dass auch andere Gemeinden und Städte die Idee für sich entdecken und damit eine solidarische Welle in der Bevölkerung auslösen.

Grüezi-Karte
Die A5-Karte liegt in Apotheken, Drogerien sowie einigen Frisörsalons und Blumenläden der Stadt Baden auf und kann heruntergeladen und ausgedruckt werden. Mehr zu den Hintergründen der Aktion.

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