Eine Nachbarin steht auf dem Balkon und giesst die Pflanzen auf dem Balkon nebenan.
Nachbarn in Deutschland giessen sich die Pflanzen.

Nachbarschaftshilfe per App

In zehn deutschen Städten wird die Nachbarschaftshilfe digital organisiert. Auf der Online-Plattform nebenan.de sind schon über 1 Million Nutzer aktiv. Munter teilen, tauschen, verschenken oder verleihen sie Dinge, giessen einander die Pflanzen oder treffen sich zum Basteln.

Autorin: Anina Torrado Lara
Fotos: nebenan.de

Nebenan.de sorgt in Deutschland gerade für Furore: Die jungen Gründerinnen und Gründer der Online-Plattform haben es geschafft, dass Nachbarschaften in Hamburg, Berlin, Hannover, München, Köln, Frankfurt am Main, Dortmund, Stuttgart, Düsseldorf und Bremen sich in lebendige Orte der Kommunikation verwandeln.

Nachbarinnen und Nachbarn helfen sich bei alltäglichen Dingen.

Wer spendet einen Fernseher?
In der Altona-Altstadt in Hamburg sind beispielsweise 773 Personen auf der Plattform aktiv. Vom Vogelhaus-Workshop über ein Repair-Café mit «Netzsprechstunde» bis zur Vermittlung von Nachmietern für begehrte Wohnungen findet man alles auf nebenan.de. Wenn ein Nachbar krank ist, hilft jemand beim Einkaufen. Braucht eine ältere Person etwas, wird sogleich eine Annonce aufgeschaltet: «Wir suchen dringend einen Fernseher und ein gutes Radio für eine 87-jährige Dame. Wer kann das spenden?» fragt beispielsweise eine junge Frau.

Laut den Gründerinnen und Gründern haben sich dank nebenan.de viele Quartiere in lebenswertere Orte verwandelt. Nachbarn lernen sich über gemeinsame Aktivitäten kennen und unterstützen sich bei alltäglichen Dingen. Entstanden ist die Community 2015, als Gründungsmitglied Christian Vollmann umzog und seine Nachbarn kennenlernen wollte. Er baute kurzerhand ein Online-Forum und rannte damit offene Türen ein. Innert drei Jahren haben sich über eine Million Nutzer registriert. Seit 2018 steht nebenan.de auch gemeinnützigen Organisationen, Städten und Gemeinden offen.

Christian Vollmann ist einer der Gründer von nebenan.de

Gegen die soziale Isolation
Die «Nachbarschafts-Caring-Community» ist eine Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen: zunehmende Anonymität in den Städten, Einsamkeit, demographischer Wandel sowie die Verschwendung von Ressourcen. Die Online-Plattform macht es einfach, einen Abnehmer für das nicht mehr gebrauchte Sofa zu finden oder das Haus zu einem Erzählcafé zusammenzutrommeln.

Auf der Online-Plattform sind über 1 Million Nutzer registriert.

nebenan.de
Jede und jeder kann bei nebenan.de kostenlos mitmachen. Privatpersonen registrieren sich auf nebenan.de, gemeinnützige Organisationen auf organisation.nebenan.de. Die Plattform steht in den grösseren Städten Deutschlands und immer mehr auch in ländlichen Regionen zur Verfügung.

  1. Diese Idee fasziniert mich! Gerne würde ich für die Region Zürich etwas Entsprechendes ins Leben rufen. Wer macht mit? Könnte uns jemand aus Deutschland begleiten?

    1. Liebe Frau Müller, es gibt bereits ähnliche Projekte wie „Innerschweizer helfen Innerschweizern“ und „Zuger helfen Zugern“. Die Gruppen organisieren sich über Facebook. Die Idee ist sehr spannend und wir können gerne Kontakte vermitteln. Am besten per E-Mail: mail@caringcommunities.ch.

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