«Positive Peer Culture» an Luzerner Schulen

Der Kanton Luzern geht neue Wege, um die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Mit einer «Positive Peer Culture» werden die jungen Erwachsenen befähigt, sich gegenseitig zu beraten. Zum Beispiel bei schlechten Noten, Liebeskummer oder Konflikten mit den Eltern.

Autorin: Anina Torrado Lara
Foto: Unsplash (Agence Ottoweb)

Begonnen hat alles im Jahr 2016: An den Sekundarschulen Emmen und Kriens setzten 19 Schulklassen das Pilotprojekt «Starke Jugendliche machen Schule» um. Beim Schaffen einer «Positive Peer Culture» (PPC) im Klassenzimmer wurden sie von Professor Christoph Steinebach (ZHAW) fachlich und von der Gesundheitsförderung Schweiz finanziell unterstützt.

Wir helfen uns selbst!

«Positive Peer Culture – was ist denn das?» fragten sich die Schüler zu Beginn. Die Lehrpersonen erklärten das neuartige Konzept, das auf dem Prinzip der gegenseitigen, freiwilligen Hilfe basiert: Statt dass Erwachsene Hilfestellung bieten, beraten sich die Jugendlichen gegenseitig. Die neu gebildete Community trifft sich regelmässig, um über anstehende Probleme wie Gewalt, Mobbing oder Sucht zu reden.

Die Idee hinter dem Konzept: Wer sich artikuliert, zuhört und Verantwortung übernimmt, gewinnt persönlich an Stärke. Studien zeigen, dass selbstbewusste, kommunikative, aktive, leistungsmotivierte und stressresistente Schülerinnen und Schüler weniger anfällig sind für Gewalt, Sucht, Verhaltensschwierigkeiten und psychische Störungen.

Wöchentliche Durchführung als Erfolgsfaktor

Laut den Resultaten der Umfrage ist die Regelmässigkeit sehr wichtig. Die Luzerner Schulen haben sich für einen wöchentlichen Rhythmus entschieden. Die Klassengespräche laufen nach einem festgelegten Schema ab und werden von Erwachsenen moderiert. Diese halten sich aber im Hintergrund und lassen die Jugendlichen untereinander diskutieren.

Den Schülern gefiel die «PPC» gut. Sie brachten Vorschläge ein, wie man die Gespräche noch verbessern könnte. Beispielsweise wünschten sie sich nach Geschlecht getrennte Gruppen, um spezifischer auf Probleme einzugehen und Hemmschwellen abzubauen. Das PPC-Programm war so erfolgreich, dass es ab dem Schuljahr 2020/21 als Unterrichtsangebot ausgeschrieben wird.

Positive Peer Culture an Luzerner Schulen
Das Pilotprojekt wird von der Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt. Alle Projektberichte und Empfehlungen finden Sie auf der Webseite des Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern.

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